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die butter aufs brot

Mittwoch, April 19, 2006

Shiny, happy people

Hm. Neulich bin ich im Internet auf die Seite myspace.com gestossen und hab mich da - neugierig wie ich bin - umgesehen. Das ist so ne Seite in der man sein Profil, Fotos, Blogs usw. posten kann. Dann kann man andere Mitglieder „einladen“ ein Freund zu sein und sich so ein Netzwerk von sog. Freunden aufbauen. Witzig, dachte ich und erstellte also ein Profil, fügte ein Bild von mir ein (natürlich photoshopped...) und schaute mich nach Freunden um. Hab dann mal probeweise ein Mitglied eingeladen und da steht er jetzt auf meiner Seite als Freund. Ich weiss zwar nix über ihn ausser das Sternzeichen, aber wen stört das schon im digitalen Universum der schönen, gutgelaunten und partygeilen Selbstdarsteller.

Frauen haben meistens mehrere Bilder eingestellt, die dann auch mit Kommentaren wie wow... you‘re sooo cute... gorgeous... sowie anderen nicht jugendfreien Sprüchen versehen werden. Die Jungs zeigen weniger Bilder. Frauen sind schliesslich nicht so verschwenderisch mit Komplimenten und geben einfach keine Kommentare ab. Ausser es handelt sich um die eigene Frau.

Ja, und je mehr ich mich umgesehen habe, desto weniger hatte ich Spass daran. Die meisten Kerle machen praktisch keine Angaben über sich. Ausser sie sind in irgendeiner Weise der Kunst zugetan. Dann wird überausführlich philosophiert, fantasiert oder meterlang gelistet: Musikbands, Musiktitel, Bücher, Filme usw. usf. - aber nicht wirklich viel Persönliches von sich gegeben.

Die Frauen hingegen sind sehr freizügig sowohl in Worten wie auch in Bildern... Deshalb wohl die vielen Kommentare.

Anyway, irgendwann habe ich mich gelangweilt. All die fröhlichen, glimmernden und aufgestellten Leute haben mich angewidert. Und ich wage zu behaupten: Viel Schein, kein Sein. Und davon hab ich in meinem Leben nun schon zuviel gesehen. Dann werd ich wohl meinen Post löschen und aus myspace verschwinden. Und was mach ich jetzt mit meinem neuen Freund? Ach, der wird mich schon nicht vermissen. Schliesslich hat er ja noch 54 andere Freunde...

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Dienstag, September 06, 2005

Ab 18 Jahren


Ich arbeite in einer Firma, in der sich eine Abteilung nur mit Mode, Kosmetik und anderen schönen Dingen des Lebens beschäftigt. Man erkennt die Mitarbeiter dieser Abteilung ziemlich schnell. Es sind fast alles Fashion Victims. Der 80er Jahre Trend, der Einzug gehalten hat, wird mir jeden Tag vor Augen geführt. Scheusslich. Ich hab schon damals gelitten. Kleine Rückblende gefällig: weisse Tennissocken, Netz-T-Shirt, Lederkrawatten... Modern Talking, Milli Vanilli... klingelt's? Jetzt muss ich wieder durch diese Hölle der Geschmacklosigkeiten. Die letzten 2 Jahre waren schon ästethisch gesehen eine kleine Katastrophe. Ich kam mir vor als würde mir jede ihre Unterwäsche in Form von Tangas, die aus Hüfthosen hervorguckten, vorführen. Ich will nun wirklich nicht die Unterhosen mir wildfremder Personen begutachten. Am schlimmsten ist es im überfüllten Tram: Ich sitze und neben mir drückt eine Frau ihr knapp bedecktes Hinterteil an mich. Hey, sorry! Das ist ja wirklich eklig. Ich weiss: Männer können das nicht verstehen. Die haben die hellste Freude an so was. Vielleicht bin ich ja auch neidisch. Ein männliches Pendent zu Spitzentangas gibts eben nicht. Trotzdem will ich keine Ärsche in meinem Gesicht haben, auch wenn der Arsch weiter oben hübsch ist (verzeiht die Vulgarität).

Jedenfalls hoffte ich, dass die neue Saison wieder etwas Geschmackvolleres zu bieten hat. Aber was sich mir offenbart, sind tiefe Abgründe hässlicher, netzhautablösender Farbkombinationen. Hässliche Tops, noch hässlichere Hosen und die Schuhe! Mein Gott, die Schuhe!!! Wie kann man sowas mit Schuhen machen! Naja, wenigstens komm ich so besser zum Sparen.

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